Was ist das Mayer Multiple? Bitcoins Zyklus-Indikator erklärt
September 7, 2026





Das Mayer Multiple gehört zu den einfachsten Indikatoren im Bitcoin-Markt. Es teilt den aktuellen Bitcoin-Kurs durch den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt und versucht somit zu zeigen, wo sich Bitcoin in seinem Marktzyklus gerade befindet.
Der Indikator wurde 2015 von Trace Mayer entwickelt. Seitdem hat er jedes Hoch und jedes Tief im Bitcoin-Markt markiert. Lesen Sie weiter, um mehr über das Mayer Multiple zu erfahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Mayer Multiple ist ein Zyklus-Indikator, der 2015 von Trace Mayer entwickelt wurde. Er teilt den aktuellen Bitcoin-Kurs durch den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt, um zu messen, ob der Markt überhitzt oder unterbewertet ist.
- Historisch signalisierten Werte unter 1,0 Akkumulationsphasen, Werte zwischen 1,0 und 1,5 einen fairen Preis, 1,5 bis 2,4 einen gesunden Bullenmarkt und Werte über 2,4 den Bereich früherer Zyklus-Hochs.
- Jedes Zyklus-Hoch fiel bislang niedriger aus als das vorherige. Uber 3,0 im Jahr 2013, 3,4 im Jahr 2017, nur noch 2,0 im Jahr 2021 und lediglich rund 1,18 beim Hoch im Oktober 2025.
- Ende Juni 2026 lag das Mayer Multiple bei rund 0,83, mit einem Bitcoin-Kurs nahe 64.500 US-Dollar und einem 200-Tage-Durchschnitt um 78.000 US-Dollar. Damit notierte es erstmals seit dem letzten Bärenmarkt unter 1,0, in einer Zone, die historisch mit Akkumulationsphasen zusammenfiel.
Was ist das Mayer Multiple?
Das Mayer Multiple ist das Verhältnis des aktuellen Bitcoin-Kurses zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Entwickelt wurde es 2015 vom frühen Bitcoin-Investor Trace Mayer.
Die Idee stammt aus der klassischen Finanzwelt, wo die 200-Tage-Linie zu den meistbeachteten Kennzahlen überhaupt zählt. Mayers Beitrag bestand darin, diese Linie auf Bitcoin anzuwenden und den Abstand dazu als Zyklus-Barometer zu nutzen.
Die Formel ist denkbar einfach:
Mayer Multiple = aktueller BTC-Kurs / gleitender 200-Tage-Durchschnitt
Ein Wert von 1,0 bedeutet, dass Bitcoin exakt auf seinem 200-Tage-Durchschnitt notiert. Bei 2,0 liegt der Kurs doppelt so hoch. Fällt der Wert unter 1,0, ist Bitcoin unter seinen langfristigen Trend gerutscht.

Der Zweck des Indikators ist so schlicht wie die Formel selbst. Er beantwortet die Frage, wie weit Bitcoin seinem eigenen Trend vorausgeeilt oder hinterhergefallen ist.
Wie wird das Mayer Multiple berechnet?
Die Berechnung besteht aus genau zwei Schritten.
Zuerst wird der einfache gleitende 200-Tage-Durchschnitt ermittelt, indem die Summe aller Bitcoin-Schlusskurse der vergangenen 200 Tage durch 200 geteilt wird. Die Rechnung ist simpel, aber zeitaufwendig, weshalb sich dafür jede gängige Chart-Plattform eignet.
Im zweiten Schritt wird der aktuelle Bitcoin-Kurs durch diesen Durchschnitt geteilt.
Ende Juni 2026 notierte Bitcoin bei rund 64.500 US-Dollar, während der 200-Tage-Durchschnitt bei etwa 78.000 US-Dollar lag. Das ergibt ein Mayer Multiple von rund 0,83. Bitcoin handelte also etwa 17 Prozent unter seinem langfristigen Trend, in einem Band, das historisch mit Akkumulationsphasen zusammenfiel.
Die historischen Bänder des Mayer Multiple
Die Werte des Mayer Multiple gruppieren sich historisch in Zonen, die dem Indikator seinen Prognosewert verleihen.
Zwei Marken stechen dabei heraus: 0,8 und 2,4. Die tiefsten Bewertungszonen liegen unter 0,8, dem Niveau, das viele Plattformen als überverkauft markieren. Werte ab 2,4 signalisierten dagegen einen Markt, der in eine nicht mehr tragfähige Übertreibung läuft.
Mayers eigene Backtests zeigten, dass das Akkumulieren von BTC bei einem Multiple unter 2,4 in den von ihm untersuchten Daten die besten langfristigen Renditen lieferte. Der langfristige Durchschnittswert liegt bei etwa 1,4 bis 1,5. Ein Indikator in diesem Bereich ist also eher als „normal" einzuordnen, nicht als günstig.
Wichtig: Nichts davon ist ein Gesetz, und eine Prognose künftiger Kursentwicklungen lässt sich daraus nicht ableiten. Es handelt sich um ein statistisches Muster aus vier abgeschlossenen Zyklen, dessen Fortbestand nie garantiert ist.
Was hat das Mayer Multiple historisch signalisiert?
Über alle vier bisherigen Bitcoin-Zyklen hinweg, einschließlich des aktuellen, hat sich das Mayer Multiple bemerkenswert konsistent verhalten.
Beim Hoch von 2013 kletterte der Indikator Ende November über 3,0, kurz bevor BTC bei rund 1.150 US-Dollar sein Zyklus-Hoch erreichte. Als das Multiple anschließend über 5,0 stieg, korrigierte der Kurs deutlich – das vorherige Niveau erwies sich als langfristig nicht haltbar.

Beim Hoch von 2017 wiederholte sich das Muster: Das Multiple erreichte im Dezember rund 3,4, wenige Tage bevor Bitcoin sein damaliges Allzeithoch von 19.800 US-Dollar markierte, das jahrelang nicht wieder erreicht werden sollte.

Beim Hoch von 2021 fielen die Werte bereits moderater aus. Das Mayer Multiple erreichte im März und April 2021 rund 2,0, was üblicherweise auf einen gesunden Bullenmarkt hindeutet, aber deutlich unter den früheren Spitzen lag. Kurz vor dem Zyklus-Hoch von etwa 68.700 US-Dollar stand es bei lediglich 1,4.

In diesen ersten drei Zyklen fiel jedes Hoch des Indikators niedriger aus als das vorherige. Diese Abkühlung passt zu einem wachsenden Bitcoin-Markt mit sinkender Volatilität. Sie bedeutet aber auch, dass sich die Schwellenwerte für Hochs und Tiefs mit neuen Daten verschieben können.
Im laufenden Zyklus wird das Multiple genau beobachtet. Als BTC im Oktober 2025 sein neues Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar erreichte, lag das Mayer Multiple bei lediglich etwa 1,18. also weit entfernt von der früheren Überhitzungszone bei 2,4.
Seitdem hat sich der Kurs bis Ende Juni 2026 etwa halbiert, und das Multiple notiert erstmals seit dem letzten Bärenmarkt unter 1,0. Eine vollständige Auswertung des Musters für den Zyklus 2025/26 ist allerdings erst möglich, wenn dieser abgeschlossen ist.
Die Stärken des Mayer Multiple
Mehrere Eigenschaften machen das Mayer Multiple zu einem der beliebtesten Bitcoin-Indikatoren:
- Einfachheit: Mit nur einer Eingangsgröße und einer einzigen Division gibt es praktisch nichts, was sich an historische Daten anpassen ließe.
- Lange Tradition in der klassischen Finanzwelt: Der 200-Tage-Durchschnitt gehört seit Jahrzehnten zum Standardwerkzeug professioneller Investoren.
- Keine On-Chain-Daten nötig: Der Indikator erfasst die Zyklusposition allein anhand frei verfügbaren Kursdaten, die jeder unabhängig überprüfen kann.
Dank dieser Eigenschaften eignet sich das Mayer Multiple als Plausibilitätscheck für komplexere Modelle. Schlägt ein aufwendiger Indikator unerwartet aus, könnte der Vergleich mit dem Mayer Multiple zum Beispiel zeigen, ob das Signal zum Gesamtbild passt oder ob das Modell aus dem Takt geraten ist.
Die Grenzen des Mayer Multiple
Der Indikator hat auch Schwächen, die jeder kennen sollte, der ihn nutzen möchte:
- Rückwärtsgerichtet: Der 200-Tage-Durchschnitt ist per Definition eine nachlaufende Linie. Er zeigt, wo der Kurs war, nicht, wohin er geht. Diese Verzögerung erbt das Multiple.
- Die Schwelle von 2,4 ist ein Muster, kein Gesetz: Künftige Zyklen können sich anders verhalten. Die Zyklen 2021 und 2025 haben gezeigt, dass die Spitzenwerte seit Jahren sinken. Wer stur auf 2,4 wartet, verpasst unter Umständen die gesamte Bewegung.
- In Seitwärtsmärkten wenig aussagekräftig: Ein Wert von 0,8 in einer zähen Seitwärtsphase sieht identisch aus wie ein Wert von 0,8 nach einer heftigen Liquidationskaskade. Für Investoren sind das jedoch völlig unterschiedliche Situationen. Für das Warum bedarf es eines makroökonomischen Kontexts oder weiterer Indikatoren.
Das Mayer Multiple mit anderen Indikatoren kombinieren
Wie jeder Indikator entfaltet auch das Mayer Multiple seinen größten potenziellen Nutzen im Zusammenspiel mit anderen Kennzahlen.
Für den langfristigen Bewertungsrahmen bietet sich das Bitcoin Power Law an. Das Potenzgesetz modelliert den Bitcoin-Kurs über die Zeit statt über einen gleitenden Durchschnitt. Beide Ansätze beantworten unterschiedliche Fragen und ergänzen sich daher besonders gut.
Zur Bestätigung der Zyklusphase betrachtet das Puell Multiple dasselbe Problem aus Sicht der Miner-Erlöse, während der Bitcoin Rainbow Chart eine schnelle visuelle Einordnung für die langfristige Positionierung liefert.
Für das taktische Timing von Ein- und Ausstiegen eignen sich On-Chain-Indikatoren wie SOPR als Ergänzung. Eine vollständige Übersicht bietet unser Bitcoin-Indikatoren-Hub, in dem alle Kennzahlen an einem Ort versammelt sind.
In der Praxis gilt, dass ein einzelner ausschlagender Indikator bestenfalls einen Hinweis liefert. Erreichen zwei Kennzahlen gleichzeitig Extremwerte, ist das Signal deutlich belastbarer. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Prognosewert, kann aber helfen, die aktuelle Zyklusposition besser einzuordnen.
Fazit
Das Mayer Multiple sagt Investoren nicht, was Bitcoin als Nächstes tun wird. Es liefert stattdessen eine schnelle, überprüfbare Einordnung, wo der Kurs im Verhältnis zu seiner eigenen Historie steht.
In Kombination mit anderen Indikatoren bietet es eine ergänzende Perspektive auf die Position im Marktzyklus. Seine Aussagekraft speist sich jedoch aus der Vergangenheit, weshalb es nie als Prognoseinstrument verstanden werden sollte.
Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Nichts in diesem Artikel ist als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten zu verstehen. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse. Sie sollten eigene Recherchen anstellen und vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Mayer Multiple?
Das Mayer Multiple ist das Verhältnis des aktuellen Bitcoin-Kurses zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt und dient als Gradmesser dafür, wo sich Bitcoin in seinem Marktzyklus befindet. Ein Wert von 1,0 bedeutet, dass der Kurs exakt auf seinem langfristigen Trend liegt. Höhere Werte zeigen, wie weit er sich darüber hinaus gestreckt hat, niedrigere Werte, wie weit er darunter gefallen ist. Der Indikator soll vor allem anzeigen, wann Bitcoin im Verhältnis zu seiner eigenen Historie überhitzt oder unterbewertet erscheint.
Wer hat das Mayer Multiple entwickelt?
Der Indikator wurde 2015 von Trace Mayer entwickelt, einem frühen Bitcoin-Investor und Podcaster. Er übertrug den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt aus der klassischen Finanzwelt, wo dieser seit Langem die Grenze zwischen Bullen- und Bärentrend markiert, auf Bitcoin. Seine eigenen Backtests ergaben, dass das Akkumulieren von Bitcoin bei einem Multiple unter 2,4 in den untersuchten Daten die besten langfristigen Renditen lieferte.
Ab welchem Wert gilt das Mayer Multiple als überbewertet?
Werte über 2,4 markierten historisch den Bereich, in dem sich größere Bitcoin-Hochs gebildet haben. Das Muster ist über die Zeit allerdings unzuverlässiger geworden: Jedes Zyklus-Hoch fiel niedriger aus als das vorherige, da der Bitcoin-Markt gewachsen ist und die Volatilität abgenommen hat. Ein künftiges Hoch könnte sich daher auch bei einem niedrigeren Wert bilden.
Ab welchem Wert gilt das Mayer Multiple als unterbewertet?
Werte unter 1,0 bedeuten, dass Bitcoin unter seinem 200-Tage-Durchschnitt handelt. Die tiefsten Bewertungszonen lagen unter 0,8, wobei solche Werte selten und meist nur von kurzer Dauer waren. Jedes bisherige Zyklustief erreichte Bitcoin, während der Kurs unter dem 200-Tage-Durchschnitt notierte. Wie auf der Oberseite gilt auch hier: Es handelt sich um ein statistisches Muster aus wenigen Zyklen, nicht um eine Garantie.
Ist das Mayer Multiple noch aussagekräftig?
Das Mayer Multiple bildet die Bitcoin-Zyklen weiterhin ab, seine Kalibrierung verschiebt sich jedoch mit der Reifung des Marktes. Die klassische Überhitzungsschwelle von 2,4 wirkt angesichts der gesunkenen Volatilität zunehmend hoch, und auch an der Unterseite erreichen die Werte nicht mehr immer die alten Extremzonen. Am besten funktioniert der Indikator als Plausibilitätscheck für komplexere Modelle, nicht als alleiniges Signal.
Wie wird das Mayer Multiple berechnet?
Das Mayer Multiple ergibt sich, indem der aktuelle Bitcoin-Kurs durch den einfachen gleitenden 200-Tage-Durchschnitt geteilt wird, also den Mittelwert der letzten 200 Tagesschlusskurse. Ein Beispiel: Bei einem Bitcoin-Kurs nahe 64.500 US-Dollar Ende Juni 2026 und einem 200-Tage-Durchschnitt um 78.000 US-Dollar ergibt sich ein Multiple von rund 0,83. Selbst rechnen muss allerdings kaum jemand, da die meisten Chart-Plattformen den Indikator samt historischer Bänder automatisch darstellen. Da sich der 200-Tage-Durchschnitt täglich verändert, bewegt sich auch das Multiple mit.